Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsgrecht: Staatsanwaltschaft verteilt Strafbefehle an MitarbeiterInnen des Fanprojektes und gefährdet so dessen Arbeit

Staatsanwaltschaft verteilt Strafbefehle an MitarbeiterInnen des Fanprojektes und gefährdet so dessen Arbeit

Im November 2022 setzten Fußballfans des Karlsruher Sportclubs massiv Pyrotechnik ein. Es bildeten sich riesige schwarze Rauchwolken. Mindestens 10 Personen sollen dadurch verletzt worden sein. Wenig erstaunlich führte das zu Ermittlungen der Polizei. Die Karlsruher Staatsanwaltschaft, also genau die, die gegenüber Radio Dreyeckland die Pressefreiheit angreift, bediente sich allerdings eines außerordentlichen Mittels. Weil sie erfuhr, dass das Karlsruher Fanprojekt ein Aufarbeitungsgespräch zwischen Fanszene und den Betroffenen des Pyrotechnik Einsatzes organisiert hatte, ließ sie die SozialarbeiterInnen des Fanprojektes als ZeugInnen vorladen. Diese verwiesen auf den Vertrauensverlust gegenüber den Fans die eine ZeugInnenaussage bedeuten würde und verweigerten konsequent die Aussage. Zwischenzeitlich wurde deshalb sogar Beugehaft gegenüber den SozialarbeiterInnen angedroht. Dazu kam es nicht. Am 15. März wurden nun aber öffentlich, dass die MitarbeiterInnen des Fanprojektes stattdessen von der Staatsanwaltschaft Strafbefehle wegen Strafvereitelung erhalten haben. Und zwar in Höhe von jeweils 120 Tagessätzen á 60 Euro. Die Betroffenen wären also vorbestraft. Wir haben mit Matthias Stein vom Fanprojekt Jena gesprochen. Er ist ein Sprecher des Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit.