Covid 19 in Französischen Gefängnissen: Kurz vor dem Abgrund

Kurz vor dem Abgrund

“Wir, Inhaftierte, klagen die Justiz und den Gefängnissaparat an, uns in Lebensgefahr zu bringen und fordern sofortige Lockerungsmaßnahmen für die Gefängnisse. Wir, Gefangene, sind ganz einfach kurz vor einem Abgrund, der sich durch die besorgniserregende Verbreitung des Covid-19 Virus vergrößert hat. […] Sie heucheln vor, den Aufstand in den Gefängnissen nicht zu hören, obwohl selbst Ihre Gefängnisverwaltung das Entsetzen zu spüren bekommt, durch all die Blockaden im Hofgang, Besetzungen der Dächer, Bränden in allen Knästen Frankreichs.” Abschnitte aus einen Offenen Brief, der von der Gefangenen-Soligruppe l’envolée an das französische Justizministerium am 10. April verfasst wurde.

Es ist schon ein Monat vergangen, seitdem das Justizministerium die Gefangenen in Französischen Knästen brutal von der Außenwelt abschnitt. Besuche wurde verboten, Freizeitaktivitäten auch. 23 Stunden am Tag Einschluss. Die Forderungen der Gefangene nach Händedesinfektions-Mittel wurden verneint. Die Revolte in den Knäste wurde von einer vermummten und ultra-gewalttätigen Polizeieinheit, die Eris, niedergestreckt. Revoltierenden wurden mit mehrjährigen Haftstrafen überschüttet und von Haftanstalt zur Haftanstalt verlegt. Die Revolte in den Knästen Frankreichs hat sich seit dem Beginn der Pandemie nicht wirklich beruhigt. Vielleicht kurz, als das Justizministerium ankündigte, 5000 Gefangene freizulassen. Diese Nachricht brachte einige Gefangene dazu, ruhiger zu werden in der Hoffnung auf eine Freilassung aber die Ruhe blieb von kurzer Dauer. In den Knästen Frankreichs sind um die 70. 000 Menschen eingesperrt und die Revolte begann sich mitte April erneut zu entfachen. Es wird berichtet, dass ein großer Teil der freigelassenen Gefangenen die französische Staatsbürgerschaft besitzen und dass einige, die diese nicht besitzen, direkt in Abschiebehaftanstalten überführt wurden. Aber wenn Gefangene aus Straf- und Untersuchungs-Haftanstalten schreiben, dass sie kurz vor dem Abgrund stehen, ist die Lage für Gefangene von Abschiebeknäste noch düsterer.

Wir haben ein paar Berichte von Gefangenen, die sich gerade in Straf und Abschiebehaft in Frankreich befinden für euch übersetzt. Die Beiträge wurden von der französischen Soligruppe für Gefangene “L’envolée” veröffentlicht, die während der Corona-Pandemie täglich eine Soli-Sendung für Inhaftierte produziert.

https://lenvolee.net/
https://abaslescra.noblogs.org/