Zeit für die notwendige Differenz Time to choose: Dokumentation eines Aufruf Berliner Bündnis zum 8.März *feminism unlimeted*

Dokumentation eines Aufruf Berliner Bündnis zum 8.März *feminism unlimeted*

neues bündnis für einen (queer)feministischen kampftag ohne antisemitismus,rassismus und transfeindlichkeit zusammengefunden hat. mit diesem bündnisfür *feminism unlimited *gehen wir gern am am 8. März um 15 uhr ab
helsingforser platz, s-bhf warschauer straße zusammen auf die straße:*
gegen selektiven feminismus – universelle feministische solidarität jetzt!*
dazu reichen wir schon heute ausnahmesweise das mikro weiter, denn im

aufruf heißt es:

"wir wollen eine universelle feministische solidarität, die jede form der diskriminierung ernst nimmt und gegen sie einsteht! wir begreifen uns als (queer)feministisch, antisemitismus-, rassismus- und islamismuskritisch, antifaschistisch und antikapitalistisch. aus dieser perspektive heraus sind wir von weiten teilen selbsternannter 'linker' und 'feminist*innen' bitter enttäuscht. denn: dieser universelle anspruch ist hier kein konsens – vor allem, wenn es um juden_jüdinnen geht.
seit dem antisemitischen massaker des 07. oktober eskalieren die autoritären und antisemitischen entwicklungen in vermeintlich progressiven kreisen.
struktureller antisemitismus und hass auf den jüdischen staat israel sind innerhalb der linken leider nichts neues – das ausmaß, in dem sich momentan offener hass auf juden_jüdinnen zeigt, hat jedoch eine neue dimension erreicht: selbsternannte feminist*innen oder kommunist*innen relativieren das massaker der hamas oder feiern es gar als akt des
legitimen widerstands. (…)
für die notwendige solidarität mit der zivilbevölkerung gazas, die sich in einer unvorstellbaren humanitären katastrophe befindet, braucht es diesen antisemitismus in keiner weise.
es entsetzt uns, dass teile der radikalen und feministischen linken nicht in der lage sein wollen, islamismus als das zu begreifen, was er ist: eine
faschistische, antimoderne, patriarchale und imperialistische ideologie, die jeder emanzipatorischen kritik grundlegend gegenübersteht.
ihn zu relativieren oder gar zu verherrlichen heißt, sich mit juden_jüdinnen zu entsolidarisieren und ist zugleich eine absage an die solidarität mit jenen, die dieser ideologie ausgesetzt sind: kurd*innen, jesid*innen, afghan*innen, iraner*innen und allen muslim*innen, die sich nicht rigiden islamistischen wertevorstellungen unterwerfen wollen.
gleichzeitig beobachten wir, wie politik und weite teile der medienlandschaft muslimische menschen unter generalverdacht stellen. wir stellen uns gegen die abschiebung, ausgrenzung, staatliche repression und stigmatisierung einzelner bevölkerungsgruppen und lehnen sie als  rassistische rhetoriken und praktiken ab! das sind keine maßnahmen gegen
antisemitismus und islamismus, sie instrumentalisieren lediglich die sorgen von antisemitismus- und islamismus-betroffenen.
seinen antisemitismus allerdings will deutschland gern anderen in die schuhe schieben. doch wir können den antisemitismus in deutschland nicht ohne die deutsche ideologie begreifen, die den nationalsozialismus und die
industrielle massenvernichtung von juden_jüdinnen hervorbrachte.
deutschland hat sich jahrzehntelang verweigert, ihn konsequent aufzuarbeiten. antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches problem, er ist nicht eingewandert!
leider sehen wir, dass viele linke und (queer-)feminist*innen nicht gewillt sind, diese widersprüche und gleichzeitigkeiten auszuhalten. stattdessen berufen sich immer mehr auf vereinfachte freund-feind-schemata: viele weigern sich aktiv, antisemitismus in seiner gänze überhaupt verstehen zu wollen und sich mit eigenen vorurteilen und doppelstandards
auseinanderzusetzen.
doch wir sehen selbstkritik, mut zur unsicherheit und dazulernen-wollen als grundlage, um gemeinsam für ein gutes leben für alle kämpfen zu können.
eine linke, die nicht für eine befreite gesellschaft für alle kämpft, ist nicht unsere linke. ein feminismus, der selektiert und instrumentalisiert, ist kein echter feminismus." (ganzer text: feminism-unlimited.org)
Dokumentation: Hv. v. kmm)
Ich verweise auch auf den Leipziger Aufruf zum einem emanzipatorischen 8. März aus Leizig

https://knack.news/8718